Behandlung von Hautkrankheiten

Behandlung von Dermatophytosen:

Griseofulvin (Likuden M ®): über 3 - 6 Wochen täglich 25 - 50 mg/kg KM oral, zum Teil bis 75 mg/kg KM

Enilconazol (Imaverol ®): viermalige Behandlung alle 4 Tage. Das Präparat muss 1 : 50 mit Wasser verdünnt werden, Restmengen können zur Käfigreinigung benutzt werden.

Natamycin (Mycophyt ®)- Waschungen: 0,1 %ig, lokale Anwendung, Wiederholung nach 2 Wochen

Ketoconazol (Nizoral ®): 2 x täglich 10 mg/kg KM oral

Itraconazol (Sporanox ®- orale Lösung): 2 x täglich 2,5 - 5 mg/kg oral

Imidazol- Antimykotika (Surolan ®, Canesten ®): 2 x täglich lokale Behandlung

Lufenuron (Program ®- Tabletten): alle 2 - 4 Wochen 30 - 60 (bis 200) mg/kg KM oral verabreichen. Die Program ®- Injektionslösung verursacht bei Kleinsäugern häufig Abszesse.

Es sollten stets alle Kontakttiere mit in die Therapie einbezogen werden. Zu besseren lokalen Behandlung eventuell die Tiere rasieren.

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Räudebehandlung

Selamectin: einmalig 1 Ampulle Stronghold ® 30 mg (für 2,6-5 kg KM, wegen der dicken Haut der Schweinchen muss so hoch dosiert werden) auf die Nackenhaut auftragen.

Ivermectin: 0,3 mg/kg Ivomec ® subcutan dreimal im Abstand von 7 Tagen

Fipronil: zweimalige Ganzkörpereinreibung mit Frontline- Spray ® im Abstand von 10 Tagen.

Amitraz: partielle Waschungen mit 0,025%igem Ectodex ®

Benzylbenzoat: bei milden, lokalisierten Formen Penochron N ® auf die Haut auftragen.

Es sollten stets alle Kontakttiere mit in die Therapie einbezogen und auch die Umgebung dekontaminiert werden.

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Therapie von Haarlingen und Pelzmilben

Selamectin: einmalig 1 Ampulle Stronghold 30 mg ® (für 2,6-5 kg KM, wegen der dicken Haut der Schweinchen muss so hoch dosiert werden) auf die Nackenhaut auftragen.

Fipronil: zweimalige Ganzkörpereinreibung mit Frontline- Spray ® im Abstand von 10 Tagen.

Amitraz: partielle Waschungen mit 0,025%igem Ectodex ®

Deltamethrin: Waschungen mit Scalibor ®

Permethrin: einmalig 2 (bei Tieren <400 g KM) oder 3 (bei Tieren >400 g KM)Tropfen Exspot ® auf dei Nackenhaut auftragen

Benzylbenzoat: bei milden, lokalisierten Formen Penochron N ® auf die Haut auftragen.

Bolfo ® - Puder oder Spray: die einmalige Behandlung ist oft ausreichend.

Es sollten stets alle Kontakttiere mit in die Therapie einbezogen und auch die Umgebung dekontaminiert werden.

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Therapie von Herzkrankheiten

Zur Behandlung kommt in leichteren Fällen die Verabreichung von Kreislaufmitteln wie z.B. Cralonin oder Crataegus in Frage, falls erforderlich alle 3-4 Stunden.

Bei schwerer Erkrankung haben sich die ACE- Hemmer, eventuell in Kombination mit einem Diuretikum bewährt, z.B. Vasotop in der Dosierung 0,125 mg/kg KM (1/10 Tbl. Vasotop 1,25) oral einmal täglich und bei Bedarf zusätzlich 1-5 mg/kg KM Furosemid oral oder als Injektion 1-2 mal täglich.

 

 

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Behandlung von Augenkrankheiten

Grundsätzliches:

Die Augen sollten nicht ohne vorherige tierärztliche Untersuchung mit "Hausmittelchen" behandet werden.

Vor einer Behandlung mit kortikosteroidhaltigen Medikamenten muß geprüft werden, ob die Hornhaut verletzt ist. Kortikosteroide hemmen einen Neuaufbau der Hornhaut und sind deswegen kontraindiziert bei Defekten. Schäden der Kornea würden mittels des "Fluoreszein- Test" gelb angefärbt und somit sichtbar werden. Dabei sind fluoreszeingetränkte Papierstreifen vorzuziehen, weil sich in den Tropfen Pilze und Pseudomonaden entwickeln können.

Vor einer Behandlung müssen Schleim, Eiter und andere Rückstände entfernt werden, um einen Verdünnungseffekt oder die Inaktivierung des Medikamentes zu vermeiden. Das geschieht am besten mit handwarmer 0,9%iger Kochsalzlösung (Augen- Reinigungslösung) und/oder schleimlösenden Mitteln (z.B. Acetylcystein). Vorsicht: keine Verwendung von Kamille zur Reinigung des Auges!

Die Vitamine A und C sind von großer Bedeutung für die Reparatur der Hornhaut. Deshalb muss eine ausreichende Versorgung mit diesen Vitaminen sichergestellt sein.

Zum Schutz des Auges vor Austrocknung, Kratzen oder sonstigen äußeren Verletzungen sind neutrale Mittel auf öliger Basis gut geeignet, z.B. Vitamin A- Öl oder -Salbe.

Tropfen oder Salben müssen von oben direkt auf den Augapfel oder die Lidbindehaut gebracht werden und dürfen auf keinen Fall mit den Lidrändern oder umgebenden Haare in Berührung kommen (Keimverschleppung ins Auge). Die Spitzen von Flaschen oder Tuben dürfen das Auge nicht berühren, damit keine Keime in das Behältnis aufgesogen werden können. Die Arzneien verteilen sich von selbst und brauchen nicht verrieben werden.

Augensalben und Augentropfen können gleichermaßen verwendet werden. Tropfen sind leichter zu applizieren, wirken aber nur sehr kurz (ca. 5 Minuten). Salben wirken länger (ca. 15 Minuten), da aber der fettige Trägerstoff nicht resorbiert wird, verbleibt mehr Schleim im Auge.

Eine lokale antibakterielle Behandlung sollte mindestens 4 x täglich, im Bedarfsfall auch öfter, angewendet werden.

Literatur: Stades, Neumann, Boeve, Wyman: praktische Augenheilkunde für den Tierarzt und Schmidt, V.: Augenkrankheiten der Haustiere

 

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Behandlung der Blähsucht (Tympanie)

Grundsätzliches:

Sofortiger Grün- und Trockenfutterentzug, nur Heu und Wasser, Eingabe von Fenchel- oder Kümmeltee.

Keine Wärmeanwendungen: Blähungen könnten durch Wärme verstärkt werden. Eventuell das Tier auf eine Wärmflasche setzen, die Körpertemperatur hat, das alleine kann schon deutliche Erleichterung bringen.

Medikamentöse Therapie: Medikation gegen Schmerzen und zur Krampflösung im Darm (z.B. Buscopan, Novalgin oder Nux vomica), stündlich 1 ml Blähmittel oral (z.B. Sab Simplex, Lefax), Vitamin B (z.B. Polybion- Tropfen) und ein Antibiotikum (z.B. Baytril) als Vorbeuge gegen bakterielle Fehlbesiedelung.

 

 

Meerschweinchen neigen stark zu Blähungen, wir kennen Tiere, die nur einen Grashalm auf Entfernung sehen müssen und schon aufblähen. Manchmal ist das Folge von Fütterungsmängeln, von bakterieller Fehlbesiedelung des Magen/Darm- Traktes, häufig von abgeschluckten Fremdkörpern (Haare, Plastikteile), gelegentlich von Krankheiten (Leukose) oder Folge derselben.

Als erste Maßnahme muss natürlich ein Tierarzt aufgesucht und die lebensbedrohliche Tympanie behandelt werden. Das geschieht meist mit "Blähmitteln" (Sab Simplex, Lefax), welche den bei Blähungen vorliegenden Schaum in Luft auflösen, die dann nach vorne oder hinten (hörbar) entweichen kann. Zur Unterstützung kann das Bäuchlein massiert, im Extremfall auch punktiert werden. Damit werden aber nur die Symptome behandelt, nicht deren Ursache.

Als nächstes muss versucht werden, diese Ursache zu klären, meist hilft eine Kotuntersuchung und/oder ein Röntgenbild. Im Kot sind häufig Pilze, Hefen oder Kokzidien zu finden, selten die Eier von Würmern. Gerade beim Vorliegen von Hefen kommt es leicht zu Blähungen (das ist so ähnlich wie beim Hefeteig!). Hefen treten häufig als Folge von zuckerreicher Ernährung auf, weil dadurch der pH-Wert im Verdauungstrakt gesenkt wird und Hefen plötzlich optimale Lebensverhältnisse vorfinden.

Nematoden können sicherlich auch vorkommen, sie treten hauptsächlich bei Freilandhaltung auf.

Eine vollständige Ausheilung kann "ewig" lange dauern. Bis das Ergebnis einer Untersuchung bekannt ist, sollte zunächst kein Grünfutter gegeben werden! Auch kein Obst, denn Fruchtzucker ist eine leckere Mahlzeit für Pilze und Hefen aller Art! Heu und Karotte, dazu Fenchel (wir lieben Fenchel und essen jeden Abend davon zur Vorbeuge nächtlicher Blähungen) und Wasser (oder Fenchel- oder Kümmeltee). Mehrmals täglich kann vorbeugend ein Blähmittel gegeben werden, am Besten kurz vor einer Mahlzeit (z.B. 1 ml Sab Simplex + 1 ml Wasser zur besseren Verteilung).

Bewegung ist klasse, Obst und Gemüse könnte (man ist ja selbst "schwein") versuchsweise in Mini- Mengen in etwas angetrocknetem Zustand gegeben (vorher Blähmittel, lieber total trockene Endivie als gar keine) und bei "Nichtgefallen" sofort abgesetzt werden. In Amerika schwört man in derartigen Fällen auf die Heilkraft von frisch gepreßtem Ananassaft (enthält zwar bestimmt auch Fruchtzucker, die Vorteile scheinen jedoch zu überwiegen).

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Schmerztherapie beim Meerschweinchen

Eine Schmerzbehandlung sollte bei Schweinchen genau so selbstverständlich sein, wie bei anderen Tierarten (und auch beim Menschen). Sie ist mit den zur Verfügung stehenden Schmerzmitteln zuverlässig durchführbar.

Indikationen für eine Schmerztherapie sind:

  • Operationen: dabei sollte das Analgetikum bereits vor der Einleitung der Narkose gegeben werden, damit bereits beim Aufwachen eine ausreichende Schmerz- freiheit erreicht wird.
  • alle Erkrankungen, die mit Schmerzen verbunden sind
  • Symptome, die für Schmerzen sprechen wie gesträubtes Fell, halb geschlossenen Augen, Zähneknirschen, Appetitlosigkeit, Absondern von den anderen Tieren

Schmerzen verhindern die wichtige kontinuierliche Futteraufnahme, das führt schnell zu Appetitlosigkeit und zu Verdauungs- und Stoffwechselstörungen. Eine effektive Schmerzvorbeuge und -behandlung ist deswegen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Meerschweinchen.

Gebräuchliche Analgetika zum Einsatz bei Meerschweinchen sind:

  • Metamizol (Novalgin): 50 - 100 mg/kg, oral, alle 6 Stunden
  • Carprofen (Rimadyl): 4 - 5 mg/kg subcutan, alle 24 Stunden
  • Meloxicam (Metacam): 0,2 mg/kg oral alle 24 Stunden
  • Butorphanol (Torbugesic): 1 - 5 mg/kg subcutan alle 4 - 6 Stunden
  • Buprenorphin (Temgesic): 0,05 - 0,1 mg/kg subcutan alle 8 Stunden.

Quelle: Ewringmann, Henke, 23. Bayerische Tierärztetage 2007

 

 

 

Der Einsatz von Antibiotika bei Meerschweinchen

Die Darmflora der Meerschweinchen besteht aus unzähligen unterschiedlichen Bakterien, welche für die Verdauung und somit die Gesundheit der Tiere verantwortlich sind. Die Verabreichung von allen Stoffen, welche diese Flora stören, inaktivieren oder abtöten könnten, muss deswegen so gut es geht vermieden werden. Manchmal müssen jedoch den Tieren Arzneimittel verabreicht werden, die je nach Wirkstoff auch die Keime im Darm schädigen können.

Ein wichtiges Kriterium für die Unterscheidung von Bakterien nach dem Aufbau ihrer Zellwand stellt die Gramfärbung dar. Je nachdem, ob sich Bakterien damit anfärben lassen oder nicht, unterscheidet man zwischen grampositiven und gramnegativen Keimen. Genau so wie auf diese Färbung reagieren Bakterien auch unterschiedlich auf verschiedene Antibiotika. Die Darmflora besteht überwiegend aus Anaerobiern, das sind Keime, die für ihren Stoffwechsel nicht auf Sauerstoff angewiesen sind oder sogar durch ihn gehemmt oder abgetötet werden und grampositiven Bakterien wie Kokken und Lactobazillen. Es kommen aber auch gramnegative wie E. Coli und pathogene anaerobe Keime wie Clostridien in geringer Menge vorübergehend vor.

Die Ursache der Unverträglichkeit mancher Antibiotika liegt in einer Veränderung der Darmflora. Besonders einseitig gegen grampositive Keime wirkende Substanzen hemmen oder zerstören die physiologische darmeigene Keimflora und gramnegative Bakterien können sich im gesamten Darmkanal massenhaft vermehren. Als Folge davon kann die Resorption der von ihnen gebildeten Gifte zu Blutvergiftungen führen und einen akuten Endotoxinschock hervorrufen. Nach anfänglicher Appetitlosigkeit, Auskühlung und Flüssigkeitsverlusten durch heftige Durchfälle kann es zum schnellen Tod des Tieres kommen. Orale Gaben dieser Antibiotika sind gefährlicher als wenn sie injiziert werden, weil sie so direkt mit der empfindlichen Darmflora in Kontakt kommen. Empfehlenswerte Antibiotika für Meerschweinchen sind: Chloramphenicol, Sulfonamide, Trimethoprim- Sulfonamid- Gemische und Präparate aus der Gruppe der Gyrasehemmer wie Enrofloxacin und Marbofloxacin.

Aber auch eine systemische Antibiose sollte beim Meerschweinchen sehr genau überlegt werden. Jede Antibiose zieht immer die Darmflora in Mitleidenschaft. Dabei reagieren Meerschweinchen besonders empfindlich auf die Verabreichung von Amoxicillin, Ampicillin, Clindamycin, Erythromycin, Lincomycin, Penicillinen, Spiramycin, Streptomycin, Tetracyclinen und Tylosin.

Deswegen muß bei jeder Gabe eines Antibiotikum gleichzeitig eine Probiose erfolgen. Diese besteht aus der Verabreichung von Laktobazillen (z.B. Bird Bene Bac, Lactogel Pet, Omniflora) welche die Darmflora kräftigen und neu aufbauen sollen. Die Gabe von Probiotika darf jedoch nicht gleichzeitig mit der des Antibiotikum erfolgen, sondern erst ein bis zwei Stunden später, weil sonst die zugeführten "guten Bakterien" auch abgetötet würden.

In Einzelfällen ergeben eine Keimbestimmung oder eine Antibiogramm, dass nur "ungeeignete" Antibiotika gegen die vorliegenden Erreger wirksam sind. Wenn eine Therapie damit unumgänglich ist, sollten solche Präparate bei zeitgleicher Probiose nur injiziert und in gar keinem Fall als Langzeit- Formulierung (LA) eingesetzt werden.

Wenn ein Meerschweinchen während der Therapie mit einem Antibiotikum keinen Appetit mehr hat oder sogar Störungen der Verdauung wie Blähungen oder Durchfall bekommt, sollte man das sofort mit dem behandelnden Tierarzt besprechen und das Präparat entweder injizieren lassen, wechseln oder ganz abzusetzen.

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