Harnröhrenstein bei einem Meerschweinchen
Frau Meier mit anderen Augen betrachtet. Das bohnenförmige Gebilde hinter den Oberschenkelknochen ist das "corpus delicti": ein Harnröhrenstein.
Auch von unten gesehen keine schwierige Diagnose
Letzte Operationsvorbereitungen, man beachte: kein Ausnüchtern!
Die Harnröhre beim weiblichen Schweinchen hat normalerweise einen Durchmesser von 1-2 mm. Durchaus vorstellbar, dass derartige Gebilde den Harnfluss beeinträchtigen können.
Mit etwas Fantasie betrachtet sieht das Ding sogar wie ein klitzekleines Meerschweinchen aus. Jedenfalls sind alle Beteiligten froh darüber, dass dieser Stein "ins Rollen" gekommen ist. Zusätzlich sind uns noch zentnerschwere Steine vom Herzen gefallen. Die infrarot- spektroskopische "Steinalyse" ergab eine chemische Zusammensetzung von 50% Cystein (Bildungsbedingungen: angeborener, tubulärer Resorptionsdefekt, Cysteinurie) und 50 % Carbonatapatit (Hypercalciurie, Hyperphosphaturie, renale tubuläre Azidose RTA).
Harnröhrenstein (Mitte hinten) eines sieben Jahre alten weiblichen Schweinchens. Zum Größenvergleich ein "Böller" (links), ein "Fruchtgummiprodukt" (rechts) und ein Streichholz (vorne). Das "Baby" wurde per "Kaiserschnitt" zur Welt gebracht, Mutter und "Kind" sind wohlauf, Böller und Gummibärchen längst verzehrt, das Streichholz durchgebrannt. |