Besonderheiten

Wir Meerschweinchen können sehr gut riechen, das ist wichtig bei der Futtersuche, wir finden unsere gesamte Nahrung mit der Nase. Unser Gehör ist ausgezeichnet. Wir hören unsere Feinde meist rechtzeitig, dann sausen wir so schnell wie möglich in unsere Bauten und verstecken uns.

Die Verständigung untereinander erfolgt akustisch. Die Stimmlage reicht vom leisen, beruhigenden Piepsen über vernehmbares Knattern als Warnung an Kolleg/Innen, bis hin zum lauten Quietschen bei Aufregung oder Schmerzen. Wenn der Betreuer mit dem Essen kommt, wird er mit einem Pfeifkonzert begrüßt. Angeblich stammt der Ausdruck "ich glaub', mein Schwein pfeift" vom Besitzer eines Meerschweinchens.

Eine besondere Lautäußerung der Schweinchen ist das "zirpen".

Wir sind, genau wie auch der Mensch, nicht in der Lage, Vitamin C in ausreichender Menge zu synthetisieren und deshalb darauf angewiesen, diesen wichtigen Stoff über unser Futter aufzunehmen. Dazu brauchen wir aber keine Vitaminzusätze, Obst und Gemüse enthalten Vitamine in ausreichender Menge.

Wir besitzen 20 Zähne, im Unter- und Oberkiefer je 2 Schneide- und 8 Backenzähne (2 Prämolare, 6 Molare), die alle offene Wurzeln haben und ständig weiterwachsen. Durch das Nagen an harten Gegenständen und das Zermahlen von Heu nutzen sich unsere Zähne gleichmäßig ab.

Die Mahlfunktion des Kiefergelenks

 

Unser Kiefergelenk ist als "Schlittengelenk" ausgebildet. Wir zermalmen unser Essen und schleifen gleichzeitig unsere Backenzähne durch Vor- und Rückwärtsbewegung der Kiefer ab.

Sehr wichtig für uns ist es, einen Teil unseres Kotes zu fressen. Durch diese sog. "Koprophagie" können wir Vitamin K, das in unserem Blinddarm gebildet wird, aufnehmen und auch unseren gesamten Vitamin-B-Bedarf decken.

Unsere Beine sind etwas kurz geraten. Sie sorgen jedoch mit je vier Zehen an den Vorder- und je drei Zehen an den Hinterbeinen dafür, dass wir sehr schnell laufen und gut in der Erde graben können. Kennt jemand noch ein anderes Säugetier ohne sichtbaren Schwanz ?

Nach einer Trächtigkeitsdauer von 60 - 72 Tagen bringen wir 2 - 5 Kinder zur Welt. Diese sind keine Nesthocker, sondern Miniaturausgaben ihrer Eltern. Sie laufen sofort wieselflink herum, essen ganz normal, werden aber trotzdem 2 - 3 Wochen von der Mutter gesäugt. Da sie bereits im Alter von 5 Wochen geschlechtsreif werden können, sollten die Knaben rechtzeitig von den Mädchen getrennt werden. Die Menschen behaupten, es käme sonst zu einer explosionsartigen Vermehrung.

Penicillin ist für uns giftig! Das hängt mit den für die Verdauung zuständigen Bakterien in unserem Darm zusammen (wir haben eine rein grampositive Darmflora). Die Verabreichung kann zu schwerem Durchfall und plötzlichen Todesfällen führen. Zum Glück gibt es auch unschädliche Antibiotika.

Damit wir nicht unsere Wohnungen unnötig verschmutzen, besitzen wir in der Afterregion eine sog. Perinealtasche. Dort können wir unseren Kot so lange deponieren, bis unser Klosett frei ist. Bei Alarmstarts kann es allerdings passieren, daß sich die Ladung vorzeitig löst und in die Hose geht.

 

Physiologische Daten

Körpergewicht männlich 1000 - 1600 g
Körpergewicht weiblich 700 -1100 g
Geburtsgewicht 50 - 120 g
Körpertemperatur 37,4 - 39,5°C
Lebenserwartung 4 - 8 Jahre
Futterverbrauch 6 - 8 g /100 g KM am Tag
Wasserverbrauch 10 ml / 100 g KM am Tag
Geschlechtsreife männlich ab 4. Woche
Geschlechtsreife weiblich ab 4. - 5. Woche
Zuchtreife männl. 3 - 4 Monate
Zuchtreife weibl. 4 - 5 Monate
Zykluslänge 14 - 18 Tage
Östrus 8 - 11 Stunden
Trächtigkeitsdauer 59 - 72 Tage
Wurfgröße 2 - 5 Junge
Absetzalter 14 - 18 Tage (180 g)
Abgabealter über 4 Wochen und 300 g
Atemfrequenz 45 - 170 / Minute
Herzfrequenz 230 - 380 / Minute

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