Schmerztherapie beim Meerschweinchen

Eine Schmerzbehandlung sollte bei Schweinchen genau so selbstverständlich sein, wie bei anderen Tierarten (und auch beim Menschen). Sie ist mit den zur Verfügung stehenden Schmerzmitteln zuverlässig durchführbar.

Indikationen für eine Schmerztherapie sind:

  • Operationen: dabei sollte das Analgetikum bereits vor der Einleitung der Narkose gegeben werden, damit bereits beim Aufwachen eine ausreichende Schmerz- freiheit erreicht wird.
  • alle Erkrankungen, die mit Schmerzen verbunden sind
  • Symptome, die für Schmerzen sprechen wie gesträubtes Fell, halb geschlossenen Augen, Zähneknirschen, Appetitlosigkeit, Absondern von den anderen Tieren

Schmerzen verhindern die wichtige kontinuierliche Futteraufnahme, das führt schnell zu Appetitlosigkeit und zu Verdauungs- und Stoffwechselstörungen. Eine effektive Schmerzvorbeuge und -behandlung ist deswegen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Meerschweinchen.

Gebräuchliche Analgetika zum Einsatz bei Meerschweinchen sind:

  • Metamizol (Novalgin): 50 - 100 mg/kg, oral, alle 6 Stunden
  • Carprofen (Rimadyl): 4 - 5 mg/kg subcutan, alle 24 Stunden
  • Meloxicam (Metacam): 0,2 mg/kg oral alle 24 Stunden
  • Butorphanol (Torbugesic): 1 - 5 mg/kg subcutan alle 4 - 6 Stunden
  • Buprenorphin (Buprenovet): 0,05 - 0,1 mg/kg subcutan
 

Für die Behandlung schmerzhafter Prozesse am Bewegungsapparat (muskulo-skelettaler Schmerz) sind die nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID, z.B. Meloxicam und Carprofen) am besten geeignet, deren Wirkungsmechanismus auf der Hemmung der Prostaglandinsynthese besteht. Als Nebenwirkungen können gastro- intestinale Störungen auftreten.

Glukokortikoide sind den NSAID zwar in der antiphlogistischen Wirkung überlegen, haben aber wesentlich mehr Nebenwirkungen. Vorsicht: keine gleichzeitige Anwendung von Glukokortikoiden und NSAID!!

Opioide wirken zwar sehr gut schmerzlindernd, die Wirkung hält aber nur kurzzeitig an.

Bei Kolikschmerzen (viszeraler Schmerz) hat sich am besten das Novalgin bewährt. Geeignet bei starken Schmerzen ist auch das Opioid Butorphanol, welches jedoch die Darmperistaltik nachhaltig ausschaltet.

Quellen:
Ewringmann, Henke; 23. Bayerische Tierärztetage, Nürnberg 2007

Bayer AG, Leverkusen, persönliche Mitteilung

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