unser Lebensraum

Wir futtern uns in Pappenheim durchs Leben, das liegt etwa 50 km südlich von Nürnberg in "Altmühlfranken".

Wir bewohnen ein eigenes Zimmer, das früher als Kinderzimmer gedient hat. Hier steht unser Bodengehege, welches durch verschieben der Umrandung beliebig von etwa 6 bis auf 10 qm vergrößert und so dynamisch der Anzahl der Tiere angepaßt werden kann. Es enthält ausreichend Unterschlüpfe, in die wir uns zum Essen, Schlafen, Ausruhen, Verstecken oder Schmollen zurückziehen können.

In diesem Gehege leben mit Ausnahme von Neuzugängen und Urlaubstieren immer alle "Meiers" zusammen. Wir konnten damit zeigen, dass - im Gegensatz zur vielfach vertretenen Überzeugung - durchaus die Haltung mehrerer Böcke zusammen mit weiblichen Tieren möglich ist. Einige Jahre lang bestand das Rudel aus über zwanzig Mädels und bis zu fünf Böckchen gleichzeitig, letztere mußten sich natürlich vorher einem "familienplanerischen Eingriff" unterziehen. Sicherlich gab es zwischenschweinisch gelegentlich "Unstimmigkeiten", die zum Glück nie in dauerhafte oder gefährliche Aggression ausarteten.

Der vordere freie Platz ist wichtigste Teil des Geheges: hier gibt es das Futter, welches wir in größeren Gruppen oder oder in kleinem Kreis geniessen. Der Betreuer verteilt unser Essen stets auf mehrere Futterstellen, um jeden Zank um die besten Plätze zu vermeiden. Das hat dann meist einen kleinen Rundlauf zur Folge, jeder muss kontrol- lieren, ob nicht am "Nachbartisch" die Gurke größer oder die Karotte schmackhafter ist. Niederrangige Schweinchen schnappen sich ein Stück des "Bratens" und verstecken sich damit an einem sicheren Ort.

Neue Bewohner/innen oder Urlaubsgäste kommen zunächst in Quarantäne außerhalb des Geheges, jedoch in Sicht- und Hörweite der Ureinwohner/innen. Erst wenn sie den "gehegespezifischen" Geruch angenommen und sich anderweitig nicht auffällige Symptome ergeben haben, die gegen einen Einzug sprechen würden, dürfen/müssen sie zur direkten Kontaktaufnahme mit ihrem zukünftigen Rudel den neuen Lebensraum betreten. Wie solche Vergesellschaftungen verlaufen hängt vom Charakter des Neuzugangs ab. Von einem freundlichen "Grüß Gott" bis hin zur Schlägerei "jeder gegen jeden" ist alles möglich und auch schon vorgekommen. Meist herrscht etwa zwei Tage lang etwas Aufregung, bis sich der Neuling eingewöhnt hat und wieder Ruhe und Frieden eingekehrt sind.

Manchmal kommt es vor, dass kranke oder pflegebedürftige Tiere in Gesellschaft eines Artgenossen unseren Betreuer auch auf Reisen begleiten müssen. Während dieser Zeit wohnen sie in einem Reisekäfig, aus dem Koffer (hier im Hotelzimmer) oder in speziellen Schlafsäcken in Hotel, Auto- bzw. Wohnmobil. Weitgereist für schweinische Verhältnisse - mit Ausnahme der Besuche spezialisierter Tierärzt/innen - waren Binchen und Gremmi (8 Tage Wien), sowie Frl. Fuchs und Speedy (2 Wochen "Wilder Kaiser").

Dieses "Pigloo" war das Wohnzimmer von Tinchen. Igor benutzte es auch gerne, allerdings als Matratze. So sah es dann aus, als es sich einmal beide gleichzeitig bequem machen wollten.

Video- Abspielgerät nicht gefunden
"Haste Schluckauf oder was?"
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