Haltung

Einige beachtenswerte Details zur Unterbringung von Meerschweinchen hat unsere Aushilfskellnerin und -pflegerin in ihrer Facharbeit separat notiert, deshalb hier nur ganz kurz das Wichtigste:

Meerschweinchen sind außerordentlich sozial eingestellte Tiere und brauchen dringend einen adäquaten Ansprechpartner. Es wird die Ansicht vertreten, daß die Haltung EINES Meerschweinchens, weil nicht artgerecht, tierschutzwidrig ist. Im österreichischen Tierschutzgesetz wird die Einzelhaltung sogar ausdrücklich verboten. Auch hierzulande geben viele Tierheime und Züchter keine Einzeltiere ab, sondern mindestens zwei Tiere.

Zwei Tiere brauchen zwar die doppelte Menge Futter, aber unwesentlich mehr Käfig und Pflege als eines. Man kannt es nicht glauben, wenn man es nicht selbst erlebt, wie diese Tiere miteinander kommunizieren. Sie lachen, streiten, schmusen, unterhalten sich leise und laut und amüsieren sich über die Beobachter.

Wer Meerschweinchen hält, der weiß, wieviel die kleinen Tiere sich zu sagen haben. Sie sprechen aber nur mit Ihresgleichen, denn nur von Meerschweinchen werden sie verstanden! Immer noch werden viel zu viele durch die Vergesellschaftung z.B. mit einem stummen Zwergkaninchen regelrecht mundtot gemacht. Also wenn es schon sein soll, immer mindestens zwei Meerschweinchen zu mindestens zwei Kaninchen setzen. Dabei sollten die Schweinchen die Möglichkeit haben, sich im Gehege zurückzuziehen. Das läßt sich durch eine "Zwei- Zimmer- Wohnung" mit einer Zwischentür verwirklichen, die von Kaninchen nicht passiert werden kann.

Smalltalk

mehrere Schweinchen beim morgendlichen Smalltalk

Da Meerschweinchen sehr schreckhaft sind, muß der Käfig so groß sein, daß er Fluchtreaktionen zuläßt. Außerdem muß ein Ausweichen vor Mitbewohnern möglich sein. Als Mindestmaß für einen Käfig für zwei Tiere gilt: 140 cm Länge, 60 cm Tiefe und 45 cm Höhe. Der Abstand der Gitterstäbe darf 20 mm nicht überschreiten.

Dieser Käfig wird mit Einstreu aus Hobelspänen, darüber eine Schicht Heu oder Stroh ausgelegt (Katzenstreu ist ungeeignet!). Eine kleine Höhle als Versteck, Freßnapf und Wasserflasche sind die Grundausstattung für die Behausung. Der Käfig sollte wegen des Beutegreifer-Reflexes nicht auf dem Boden, sondern in Tischhöhe aufgestellt werden.

peruanisches

Satellitenfoto

Meerschweinchen bevorzugen Wärme und Trockenheit. Zugluft und Schwankungen der Temperatur, die optimale liegt zwischen 18 und 26 Grad, sollten wegen der Gefahr einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen vermieden werden. Der Käfig sollte mindestens einmal wöchentlich gereinigt und frisch eingestreut werden.

Im Sommer halten wir uns auch gerne im Garten auf. Wir brauchen dort aber unbedingt ein Gehege, in dem wir vor Hunden und Katzen geschützt sind, außerdem einen Sonnenschutz, weil wir sehr empfindlich gegen Hitzschlag sind.

 

Fütterung

Das Thema Fütterung hat einen eigenen Menüpunkt bekommen: "Speis- und Trank", deswegen hier nur ein kurzer Überblick:

Grundfutter für Meerschweinchen ist Heu, Heu, Heu und nochmals Heu. Zusätzlich können je nach Jahreszeit Grünfutter, Obst und Gemüse zusätzlich gefüttert werden. Besonders beliebt sind Gras, Löwenzahn, Mais, Salat, Apfel, Karotten und Gurke. Damit ist gleichzeitig die ausreichende Versorgung mit Vitamin C gewährleistet. Trockenfutter ist für Meerschweinchen unnötig und kann in größerer Menge sogar ungesund sein.

Mäuschen Meier

Es sollte nur einwandfreies Futter angeboten werden. Die Fütterung von nassem, kaltem, verunreingtem oder verdorbenem Futter kann schlimme Störungen der Verdauung zur Folge haben. Fatal können sich auch plötzliche Umstellungen der Ernährung auswirken.

Gurke

Meerschweinchen decken den größten Teil ihres Wasserbedarfs durch Obst und Grünfutter. Die häufig vertretene Ansicht, Meerschweinchen bräuchten kein Wasser, ist falsch! Es muß trotzdem ständig frisches Wasser zu Verfügung stehen.

Warnung:
Viele Zimmerpflanzen sind unverträglich für Tiere. Das Anknabbern kann den häuslichen Frieden erheblich stören und leider auch den unerwünschten Eintritt des "ewigen Friedens" zur Folge haben !

 

Pflege

Meerschweinchen sind sehr pflegeleichte Tiere. Besondere Maßnahmen sind meist nicht nötig, weil gesunde Tiere sich selbst um ihre Körperpflege kümmern. Man sollte dennoch mindestens einmal monatlich den Zustand der Tiere kontrollieren und Haare und Krallen bei Bedarf kürzen. Wichtiges Hilfsmittel beim "Meerschwein- TÜV" ist eine Waage, das Körpergewicht ist eines der bedeutendsten Kriterien zur Beurteilung des Gesundheitszustandes eines Meerschweinchens. Kranke Tiere verlieren sehr schnell erheblich an Körpermasse.

Baden sollte man Meerschweinchen nur dann, wenn besondere Verschmutzungen z.B. nach Durchfall oder "Erdarbeiten" vorliegen. Wenn ein Bad unumgänglich sein sollte, muß das Tier hinterher vollständig abgetrocknet werden (Fön, trockenkuscheln), sonst können durch die Verdunstungskälte schnell Probleme der Atemwege entstehen.

Kampfschwimmer Odin

Odin beim Schwimmtraining.

Beim Krallenschneiden muss man besonders die Blutgefässe achten, sonst gibt es Flecken im Fell ;-) Bei Tieren mit dunklen Krallen kann man sich eine Taschenlampe zwischen die Knie klemmen und die Krallen darüber schneiden. Am Besten eignet sich dazu nach eigener Erfahrung ein handelsüblicher "Nail- Clipper".

Kralle

richtiger Krallenschnitt

Ein Tip zur Krallenpflege: Ytong-Steine in Gehege oder Käfig wirken wie eine Nagelfeile, das kann diese entwürdigenden Schnippeleien um die Hälfte reduzieren.

Emma Meier bei der Maniküre

Wichtig ist auch eine regelmäßige Kontrolle der Zähne, die bei Fehlstellungen zu lange oder schief wachsen oder abbrechen und böse Verletzungen verursachen, aber auch das normale Fressen einschränken oder unmöglich machen können. Dabei sollte man sich die Schneidezähne gut ansehen. Wenn diese schön weiß, gleichmässig und gleich lange sind, dann ist wohl auch alles andere in Ordnung. Sind an den Vorderzähnen Auffälligkeiten zu beobachten, dann sind wahrscheinlich auch die Backenzähne davon betroffen. Diese sollten man dann baldmöglichst auch untersuchen lassen.

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