Hautkrankheiten bei Meerschweinchen

nach: Beck, W; Praxisrelevante Ektoparasitosen und Dermatophytosen bei kleinen Heimsäugern, Vögeln und Reptilien; BPT- Kongress Nürnberg 2002

Hautkrankheiten durch Parasiten und Pilze sind Faktorenerkrankungen, die hauptsächlich bei Stress, schlechter Haltung und Pflege, magelhafter Fütterung und unzureichender Hygiene auftreten. Deshalb ist eine Verbesserung der Umweltbedingungen meist die beste Vorbeuge. Für die Behandlung dieser Erkrankungen stehen einige sehr gute Arzneimittel zur Verfügung. Wir konzentrieren uns hier natürlich nur auf die bei Meerschweinchen vorkommenden Erreger und die dagegen anwendbaren Präparate.

 

Dermatophytosen

diese Pilzerkrankungen werden durch Trichophyton sp. (Trichophytie) und Microsporum sp. (Mikrosporie) verursacht. Man findet runde bis unregelmässig geformte Hautveränderungen, die oft durch einen Entzündungswall (dünner roter Saum) vom gesunden Gewebe abgegrenzt sind. Befallene Stellen sind haarlos, mit Schuppenbildung bis hin zu nässenden, krustösen Ekzemen, Juckreiz fehlt meistens. Auftreten vor allem an Kopf und Rumpf.

Die Diagnose erfolgt mit der Woodschen Lampe und/oder der mykologischen Untersuchung (Pilzkultur) eines Hautgeschabsel.

Vorsicht - Dermatophytosen sind Zoonosen und speziell für Kinder besonders ansteckend!


Räude

Trixacarus caviae, der Erreger der Meerschweinchenräude, gräbt sich tief in das Unterhaut- Bindewegewebe ein. Er verursacht Haarausfall, Abschürfungen der Haut, krustige Beläge, Hautverdickung und Hyperkeratose. Dabei tritt auffallend starker Juckreiz auf, der bis hin zu epileptiformen Anfällen gehen kann. Die Hautveränderungen finden sich hauptsächlich an Kopf, Hals, Kruppe und Flankengegend, häufig ist ein Befall rund um die Augen zu sehen (Augenbrille). Siehe auch Tipps zu Räude

Die Milben sind auch im Hautgeschabsel sehr schwer zu finden, deswegen ergibt die Untersuchung häufig "falsch negative" Befunde.

Trixacarus caviae, der Erreger der Meerschweinchenräude

 

Haarlinge und Pelzmilben

Gliricola porcelli, Trimenopon hispidum, Gyrpous ovalis und Chirodiscoides caviae.

Oft symptomloser Befall, sonst Juckreiz, lokaler Haarausfall besonders an Ohrbasis, Bauch, Achsel- und Innenschenkelbereich bei Haarlingen, am Rücken und den Flanken bei Pelzmilben. Abmagerung durch Haarbüschel in der Mundhöhle, epileptiforme Anfälle durch den Juckreiz möglich. Zum Teil schuppige Hautbeläge, struppiges und mattes Haarkleid. Massenhafter Befall hauptsächlich bei kranken oder immunschwachen Tieren.

Nachweis durch mikroskopische Untersuchung mehrerer Hautabklatschpräparate (Tesa- Streifen) und Nissen (nur bei Haarlingen). Haarlinge und Pelzmilben können als bewegliche Objekte mit bloßem Auge zu erkennen sein.

Gliricola porcelli - Haarling

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